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Steffan Claußner
Komponist, Arrangeur, Theatermusiker
B.I.G. aktuell
Grenzüberschreitungen II-2009---------------------------- vom 30.04. - 02.05.09

+ Improvisationsmarathon 42h 19,5 min - nonstop

Ein gemeinsames Projekt des B.I.G. e.V. Chemnitz mit dem
JAZZCLUB „FUCHS“ e.V. CHEMNITZ
mit Unterstützung durch das Kulturbüro Chemnitz und dem Weltecho Chemnitz

2008 sind wir gemeinsam mit dem Jazzclub „Fuchs“ e. V. Chemnitz mit dem Projekt Grenzüberschreitungen angetreten, Raum für modernen Jazz, für improvisierte und freie Musik, Raum für moderne Kunst zu schaffen. Diesen nutzen bei den Grenzüberschreitungen I-2008 in der Neuen Sächsischen Galerie der Maler Gregor Torsten Kozik, die Tänzerin Alexandra Lehmann und das Schweizer Improvisationstrio Hans Koch, Martin Schütz und Fredy Studer zu einer gemeinsamen Performance. Aus der Spannung der ersten Begegnung dieser Künstler wurde für alle Beteiligten ein gleichermaßen komplexes wie faszinierendes Erlebnis. Die an diesem Abend begonnene gemeinsame Grenzüberschreitung unterschiedlichster Kunstsparten wurde am Folgeabend im Treffen der „Monsters of Intonation“ mit Gregor Torsten Kozik und Alexandra Lehmann fortgeführt, fertiggestellt und nicht nur bildlich wieder aufgeteilt. „Schlussverkauf“, so wie Kozik seine Aktion schließlich nannte, waren diese Grenzüberschreitungen keinesfalls.

2009

Die Grenzüberschreitungen II‑2009 werden Künstlerinnen und Künstlern aus Großbritannien vorstellen. Großbritannien war und ist immer noch eines der impulsgebenden Länder für modernen Jazz und improvisierte Musik. Stand bei den Grenzüberschreitungen I-2008 der gemeinsame Raum für Künstler im Focus, so werden wir uns bei den Grenzüberschreitungen II-2009 dem Phänomen Zeit zuwenden. Die Dauer, in der Musik (re-)produziert und konsumiert wird, die Auseinandersetzung zwischen Künstlern und Publikum, ist zeitlich - meist streng - reglementiert. Der „Abend“ als klassisches Zeitmaß eines Konzertes begrenzt auch moderne, progressive Musik. In ihrer Rezeption wird das klassische Zeitmaß allenfalls durch Aneinanderreihung mehrerer Konzerte zur Zeiteinheit „Festivalabend“ verlängert. Diese traditionelle zeitliche Grenze der Musikrezeption werden wir die „Monsters of Intonation“ zusammen unseren britischen Gästen in einem angel-sächsischen Marathon improvisierter Musik überschreiten. Über 42 Stunden und 19,5 Minuten wird nach der Idee und der Planung von Steffan Claußner nonstop improvisierte Musik in der Stadt zu hören sein.

Der Startschuss zum Marathon improvisierter Musik wird am 30.04.09, Donnerstag- Abend um 21.00 Uhr im Weltecho mit Phil Wachsmann und Paul Lytton erfolgen.

Phil(ipp) Wachsmann (* 1944 in Kampala, Uganda) ist ein englischer Violinist.

Phil Wachsmann; 2007

Wachsmann kam unter dem Einfluss von Musikern wie Anton Webern, Harry Partch, Charles Ives, Luciano Berio und Edgar Varèse zur improvisierten Musik. 1969 und 1970 studierte er bei Nadia Boulanger. Zur gleichen Zeit wurde er Mitglied des Yggdrasil- Quartetts, das Werke zeitgenössischer Komponisten wie John Cage, Cornelius Cardew und Morton Feldman aufführte. Er wechselte dann zu Chamberpot und arbeitete erstmals mit Tony Oxley bei den Aufnahmen zu dessen February papers zusammen; die Zusammenarbeit setzte sich kontinuierlich fort, etwa im Celebration Orchestra. Er arbeitete auch mit Evan Parker, Paul Lytton, Derek Baileys Company, Keith Tippetts Gruppe Ark, dem London Jazz Composers Orchestra, Fred Van Hove, Rüdiger Carls COWWS und Marcio Mattos. Daneben tritt er als Solomusiker auf.

 Paul Lytton (* 8. März 1947 in London) ist ein britischer Schlagzeuger des Free Jazz und der frei-improvisierten Musik.

Lytton lernte als Heranwachsender Schlagzeug. Er spielt seit Mitte der 1960er Jahre und war 1967 Mitglied des National Jazz Youth Orchestra. Er wurde seit 1969 als Schlagzeuger im Duo bzw. Trio des Saxofonisten Evan Parker (mit Derek Bailey und seit 1983 dann mit Barry Guy) bekannt; er spielt auch in Parkers Electro-Acoustic Ensemble. Er war Gründungsmitglied der London Musicians' Coop und spielte im London Jazz Composers' Orchestra. Mitte der siebziger Jahre zog er nach Belgien. Bereits seit 1976 spielt er Duos mit seinem Schlagzeugkollegen Paul Lovens, mit dem im selben Jahr das Label "Po Torch Records" gründete, auf dem sie auch ihre Duo-Arbeit dokumentierten, etwa auf der LP "Was it me?". Sie spielen auch im Globe Unity Orchestra zusammen und treten gelegentlich mit dem Bremer Improvisations-Quartett BIQ auf. Er ist Mitbegründer des King Übü Örchestrü und tritt auch in Ken Vandermarks Territory Band auf.

Lytton ist einer der zentralen Perkussionisten der freien Musikszene in Europa. Er ist ferner Entwickler und Erbauer neuer Musikinstrumente und setzt seit den 1980ern zunehmend live electronics ein.

Anschließend werden die Musiker der „Monsters of Intonation“ mit Verstärkung improvisierender Musiker aus ganz Sachsen den Staffelstab übernehmen. Die zeitliche Begrenzung von Musik im Konzert korrespondiert eng mit dessen örtlicher Beschränkung auf den „Konzertsaal“. Mit der Überschreitung klassischer Zeitbegrenzung verbunden ist auch das Verlassen einer Spielstätte. Improvisierte Musik wird bei diesem Marathon in unterschiedlichen Formationen an unterschiedlichen Orten unterschiedlichem Publikum präsentiert werden. Ziel der ersten Etappe am Freitag dem 01.05.09 ist wieder das Weltecho.

Um 22.00 Uhr wird dort mit dem Konzert von Helmut Joe Sachse und Maggie Nicols   der Improvisationsmarathon weiter geführt.

Helmut „Joe“ Sachse (* 28. Oktober 1948 in Mittweida) ist ein deutscher Jazzgitarrist.

Sachse studierte von 1973 bis 1978 an der Hochschule für Musik Weimar. Schon früh trat er in verschiedenen Gruppen von Manfred Schulze auf. Mitte der 1970er gründete er sein eigenes Quartett, das sich bald zum Quintett Osiris erweiterte, dem Manfred Hering, Hannes Zerbe, der Bassist Christoph Winkel und Wolfram Dix angehörten. Osiris ging mit Charlie Mariano und Toto Blanke auf DDR-Tournee. Ende der 1970er spielte er im Duo mit Uwe Kropinski, das später mit Hannes und Conny Bauer zum Doppelmoppel erweitert wurde (Schallplatte 1980) und auf zahlreichen internationalen Festivals, etwa auf dem Moers Festival spielte; in dieser Gruppe und bei Soloprojekten hat Sachse auch zur Querflöte gegriffen. Anfang der 1980er spielte er in der Heinz Becker Group (Schallplatte 1982), und mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Heinz Becker und Klaus Koch im Quartett, aber auch im Trio mit Petrowsky und im Duo mit Manfred Hering. Im weiteren arbeitete er mit George Lewis, David Moss, John Tchicai, Maggie Nicols, Peter Kowald, Fred Van Hove, Paul Rutherford und Peter Brötzmann.

Maggie Nicols (* 24. Februar 1948 in Edinburgh als Maggie Nicholson) ist eine schottische Jazzsängerin (Free Jazz, Neue Improvisationsmusik) und Tänzerin.

Nicols verließ mit 15 Jahren die Schule und begann als Tänzerin (u.a. im Moulin Rouge) zu arbeiten. Sie sang dann auch in Nachtclubs und begann mit dem Bop-Pianisten Dennis Rose zu arbeiten. 1968 ging sie nach London und wurde als Maggie Nichols Mitglied von John Stevens "Spontaneous Music Ensemble" (gemeinsam mit Trevor Watts und Johnny Dyani) und trat mit der Gruppe auch beim ersten Total Music Meeting in Berlin auf. Um 1970 veranstaltete sie Stimmworkshops im Oval House Theatre in London, wo sie auch in einigen freien Theaterproduktionen auftrat. Kurz darauf wurde sie Mitglied von Keith Tippetts großformatiger "Centipede", wo sie erstmals mit Julie Tippetts arbeitete. Mit ihr, Phil Minton und Brian Ely gründete sie das Vokalquartett Voice. Zur gleichen Zeit begann sie die Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Ken Hyder und seiner Gruppe Talisker, mit dem sie bis heute ein Duo unterhält.

In den späten 1970er gründete sie gemeinsam mit Lindsay Cooper die Feminist Improvising Group, die europaweit erfolgreich auftrat. Sie war auch die Organisatorin einer multi-medialen Performance-Gruppe Contradictions, die ihre Arbeit 1980 begann. Gemeinsam mit der Pianistin Irène Schweizer und der Bassistin Joëlle Léandre arbeitet sie seit den 1980ern im Trio Les Diaboliques zusammen. Mit dem Pianisten Pete Nu bildete sie ein Duo; mit den Avantgardistinnen Charlotte Hug und Caroline Kraabel spielte sie ebenso wie mit Pinguin Moschner und Joe Sachse im Trio. Auf dem Moers Festival ist sie alleine, in einem Solokonzert, aufgetreten. Regelmäßig arbeitet sie mit einem großen Improvisations-Workshop The Gathering. In den letzten Jahren war sie auch mit Cat’s Craddle und Sean Bergins Song Mob (mit Han Bennink, Minton und Michael Moore) auf Tournee.

Nicols hat in zahlreichen weiteren Projekten gearbeitet. Sie ist auf der einen Seite an der radikalen Erweiterung der stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten interessiert und verknüpft diese textlich und szenisch mit Darstellungen des Frauenalltags und Stepptanz, andererseits singt Nicols aber auch gerne melodische Songs.

John Stanley Marshall (* 28. August 1941 in London), besser bekannt als John Marshall, ist ein englischer Schlagzeuger des Modern Jazz, der in zahlreichen wichtigen Gruppen der englischen Szene gearbeitet hat.

Marshall hatte nach seinem Psychologie-Studium und Unterricht u.a. bei Philly Joe Jones 1964 sein erstes Engagement bei Alexis Korner. Anschließend arbeitete er bei Graham Collier (1965 bis 1970), Michael Garrett, Mike Gibbs und Mike Westbrook. Er war Gründungsmitglied der Jazzrock-Band Nucleus, wo er 1969 bis 1971 spielte, und hat mit diversen Jazz- und Rock-Musikern zusammengearbeitet, darunter Arthur Brown, Georgie Fame, Chris Spedding und Centipede. In den siebziger Jahren arbeitete er bei Jack Bruce, Soft Machine und Hugh Hopper, dem Spontaneous Music Orchestra, John Surman, Charlie Mariano, Arild Andersen, Volker Kriegel und Eberhard Webers Colours (1977 bis 1981). Später hat er mit Gil Evans, Uli Beckerhoff, Wolfgang Mirbach und den zuvor genannten Musikern gearbeitet.

Seit 1999 hat er mit anderen ehemaligen Soft Machine-Mitgliedern in mehreren Soft Machine-bezogenen Projekten mitgewirkt, z. B. SoftWhere, SoftWorks und Soft Machine Legacy.

Vom Weltecho aus nimmt der Improvisationsmarathon seinen Weg zum VEB Armes Theater in der Schönherr.fabrik. Dabei werden die „Monsters of Intonation“, wie bereits am Vortag, einem Fahrplan folgend, improvisierte Musik außerhalb traditioneller Spielstätten an unterschiedlichsten Stationen den dort zufällig anwesenden Hörern präsentieren. Der Besuch von Schulen, Kaufhäusern, Gaststätten, das Spielen an öffentlichen Orten, wie etwa der Zentralhaltestelle, zielt darauf ab, mit dem Marathon improvisierter Musik Menschen in von ihrer jeweiligen persönlichen Zeit determinierten örtlichen Umgebung anzusprechen und diese mit improvisierter Musik zu konfrontieren. Da die jeweiligen Stationen weder zeitlich, örtlich noch inhaltlich beliebig aneinander gereihte Konzerte unterschiedlicher Musiker sein werden, sondern technisch unterstützt die Fortführung des jeweils Vorherigen anstreben, können die neugierigen Zufallshörer weiter am Marathon teilnehmen. Versucht wird dabei durch multimedialer Übertragung die musikalischen Entwicklungen für die Anwesenden nachvollziehbar zu machen.

Enden wird der Angel-Sächsische Improvisationsmarathon dann mit dem Abschlusskonzert des Workshops der „Monsters of Intonation“ mit Maggie Nicols am Samstag dem 02.05.09 um 21.00 Uhr im VEB Armes Theater.

3 Tage mit frei improvisierter Musik, also 42 Stunden und 19,5 Minuten Nonstop-Improvisation als Dokument der Chemnitzer Freien Musikszene

  
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